Die Medien in Spanien können scharf schießen und das Ziel ist seit Monatg der Internationale Sportgerichtshof CAS, der Contador nachträglich für zwei Jahre gesperrt hat. "Der Fall Contador erweckt den Eindruck, als herrschten im Kampf gegen das Doping Chaos und Willkür", ärgert sich "El País". Deutlicher wird "El Mundo": "Jeder Jurist, der das Urteil liest, kommt zu dem Schluss, dass die Sperre für Contador ein kompletter Irrsinn ist." Die bekannte Sportzeitung "Marca" spricht gar von einem Skandal: "Der Internationale Sportgerichtshof hat den Verstand verloren. Die Verurteilung Contadors ist der Höhepunkt der Absurdität und ein skandalöser Handstreich."
Doch nicht nur die Medien schlagen sich auf Contadors Seite. Zudem ergriffen ehemalige Radstars wie Miguel Indurain, Pedro Delgado oder Carlos Sastre Partei, und auch Tennis-Superstar Rafael Nadal oder Basketball-Held Pau Gasol sind zur Stelle. "Die Contador-Nachricht ist unglaublich. Es gibt keinen endgültigen Beweis, und sie geben ihm die Höchststrafe. Das ist zum Heulen. Nur Mut Champion! Du hast meine Unterstützung!", twitterte beispielsweise Tennisstar Nadal.
„ Das ist zum Heulen. Nur Mut Champion! Du hast meine Unterstützung! “ Rafael Nadal per Twitter
Heftig fielen die Reaktionen erwartungsgemäß bei den Radsportlern Oscar Pereiro, Tour-Sieger von 2006 und Carlos Sastre, Gewinner der Frankreich-Rundfahrt 2008, aus. Beide kritisierten den Schiedsspruch scharf. "Die Entscheidung ist lächerlich, schwer zu verstehen und ohne jede Logik. Die Titel, die man ihm nimmt, hat er legal gewonnen", sagte Sastre.
Pereiro, der bei seinem Tour-Sieg von der Suspendierung des Amerikaners Floyd Landis profitiert hatte, ließ kein gutes Haar am Weltverband UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und verglich den Fall Contador mit dem des spanischen Radprofis Alejandro Valverde. Dieser war als Kunde des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes verurteilt worden: "Zwei Jahre Sperre und im Urteil schreiben sie, dass Doping nicht nachgewiesen wurde. Jetzt haben wir schon zwei gesperrte Spanier, ohne dass ihnen der CAS oder die UCI etwas nachgewiesen haben. Ihr solltet euch schämen, was ihr mit uns abzieht." Gemeinsam mit anderen Unterstützern hat er sogar auf Facebook eine Seite ("Contador Inocente") für ihn eingerichtet.
Beim spanischen Radsport-Verband RFEC nahm man die Sperre Contadors ebenfalls enttäuscht auf, blieb in den Reaktionen aber deutlich sachlicher. "Es ist eine sehr traurige und unangenehme Nachricht für den spanischen Radsport und den Sport in unserem Land im Allgemeinen. Wir hatten Hoffnung, dass das Urteil positiv ausfällt, obwohl es immer Zweifel gibt", sagte Verbands-Präsident Juan Carlos Castano.
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