Das Präsidium gratulierte in der verabschiedeten Erklärung Pyeongchang zur Austragung der Winterspiele 2018, nachdem es "zum dritten Mal in Folge mit einer exzellenten Bewerbung angetreten war". München war beim IOC schon im ersten Durchgang mit einem deutlichen Abstand gescheitert. Ob eine erneute Bewerbung des DOSB - ob im Sommer oder im Winter - Sinn mache, werde sich der Verband "genau anschauen" und zwar "sorgfältig und ohne Zeitdruck".
Eine Kandidatur für die Sommerspiele 2020, für die sich Berlin ins Gespräch gebracht hatte, sei dagegen schon wegen der Ende des Monats endenden Abgabefrist "ausgeschlossen", hieß es in der Erklärung.
Die Münchner Bewerbung habe unabhängig von ihrer letztendlichen Erfolgslosigkeit der Sportentwicklung in Deutschland einen großen Schub gegeben. Die Bewerbung sei daher sinnvoll gewesen und habe national wie international positive Auswirkungen auf das Bild unseres Landes gehabt. Vor allem der Freistaat Bayern mit den beteiligten Kommunen habe von der Imagewerbung durch die positive Präsentation auf allen fünf Kontinenten profitiert.
"Nach vielen Gesprächen mit IOC-Mitgliedern, Präsidenten von Internationalen Sportfachverbänden und Nationalen Olympischen Komitees, Experten und Beobachtern kommen wir zu dem Schluss: Die Entscheidung des IOC war ein klares Votum für Pyeongchang und Asien, aber nicht gegen München und Deutschland", heißt es weiter. Konzept und Präsentation der Münchner Bewerbung wären im IOC und in der Welt des Sports auf erheblich mehr Zustimmung gestoßen, als die Stimmenzahl signalisiere.
Auch wenn der DOSB zu einer erneuten Olympiabewerbung ermuntert werde, wolle er diese Frage "sorgfältig und ohne Zeitdruck" untersuchen. Dabei seien das Bewerbungsrennen um die Olympischen Spiele 2020 und erste Erkenntnisse über die Kandidaten für die Winterspiele 2022 zu berücksichtigen. Eine Bewerbung für das Jahr 2020, die Berlin erwogen hatte, sei allerdings schon angesichts der bereits Ende Juli 2011 endenden Abgabefrist ausgeschlossen. Genau dies kritisierte Berlins Regierender Bürgermeister in einem Interview mit dem "Tagesspiegel". Der DOSB, so Wowereit, habe sich einseitig auf Olympische Winterspiele festgelegt. Er habe den Eindruck gehabt, "dass es von Anfang an eine taktische Variante war, um Deutschland aus der Diskussion um Olympische Sommerspiele herauszuhalten". Der deutsche Sport müsse nach der Niederlage für München analysieren, wie es zu so einer "krassen Fehlentscheidung" kommen konnte.
Wenn man beim DOSB der Auffassung sei, bei der Bewerbung um Sommerspiele keine Chance zu haben, müsse man sich selbstverständlich um Winterspiele bewerben. Wenn man aber immer das eine gegen das andere ausspiele, könne man nicht erfolgreich sein. "Wir jedenfalls wollen die Spiele", sagte Wowereit.
Für die Olympischen Sommerspiele 2020 haben sich bisher Rom und nun auch - im dritten Anlauf - Madrid beworben. Würden die Spiele in eine europäische Stadt vergeben, wären die Chancen für Berlin 2024 wohl geschmälert.
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