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10.05.2011, 12:35

Verkehrsunfall vor Olympia 2004 inszeniert

Spätes Urteil gegen Kenteris und Thanou

Sieben Jahre hat es nach dem ominösen Motorradunfall der einstigen griechischen Sprintstars Kostas Kenteris und Katerina Thanou kurz vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 bis zum endgültigen Urteil über diesen Vorfall gedauert. Die beiden Leichtathleten sowie deren Trainer Christos Tzekos versuchten über Jahre hinweg dieser Gerichtsverhandlung und dem Urteil mit allen möglichen Mitteln auszuweichen. Endlich folgte nun die Aufklärung - und Bewähungsstrafen.

2004 ein großer Skandal: Kenteris und Thanou werden von Olympia ausgeschlossen.
2004 ein großer Skandal: Kenteris und Thanou werden von Olympia ausgeschlossen.
© picture allianceZoomansicht

Am Dienstag fiel das Gerichtsurteil mit zwölf Verurteilungen: Die beiden Leichtathleten, deren Trainer, sieben Ärzte der Klinik, in der sie gebracht wurden, und einige Tage zur angeblichen Therapie blieben sowie zwei vermeintliche Augenzeugen, die den nie passierten Unfall gesehen haben wollten. "Der sogenannte Unfall hat nie stattgefunden", sagte der Vorsitzende des Gerichtes am Dienstag im Staatsradio. Die Strafen gegen die Verurteilten wurden zur Bewährung ausgesetzt. Thanou und Kenteris erhielten jeweils 31 Monate, Trainer Tzekos 33 Monate, die beiden "Augenzeugen" sieben bzw. 15 Monate. Die sieben verurteilten Ärzte zwischen sechs und acht Monaten.

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Rückblende: Am Abend des 12. August 2004 sollten die beiden Sprinter binnen zwei Stunden zur einer nicht angekündigten WADA-Doping-Kontrolle im olympischen Dorf antreten, doch die beiden wurden mit leichten Verletzungen nach einem Verkehrsunfall in eine Klinik eingeliefert. So entgingen sie dem Dopingtest. Daraufhin entzog das IOC den beiden Athleten die Akkreditierung für die Olympischen Spiele und verhinderte somit auch deren Teilnahme. Später wurden beide vom internationalen Leichtathletikverband IAAF wegen verpasster Dopingkontrollen zu je zwei Jahren Sperre verurteilt. Danach beendeten beide ihre Laufbahn.

Für Thanou und Kenteris könnte das heutige Urteil auch erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Beide haben, da ihr Dopingvergehen nie offiziell nachgewiesen wurde, auch ihre Posten in der griechischen Armee als Offiziere behalten können. Mit diesem Urteil müssen nicht nur Löhne und Gehälter zurückerstattet werden, sondern eventuell auch kassierte Sponsorengelder. Auch deswegen planen die Verurteilten den Schritt in die Revision.

Georgios Vavritsas

10.05.11
 
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