
Nun ist die Deadline erreicht, nichts geht mehr in der NHL. In den letzten Stunden erwischte es noch den deutschen Verteidiger Alexander Sulzer, der vom Vizemeister Vancouver Canucks in Kanadas Westen rüber in den Osten der USA zu den Buffalo Sabres umzieht und dort Teamkollege seiner Landsleute Christian Ehrhoff und Jochen Hecht wird. Ob Sulzer mehr Einsatzzeit bekommt als bei den Canucks?
Die spannende Frage umrankte jedoch nicht Sulzer, sondern den Topstar Rick Nash von Kellerkind Columbus Blue Jackets. Wer würde sich die Dienste des rechten Flügelstürmers sichern? Mit 21 Toren und 22 Assists hält er derzeit die Fahnen bei den Blaujacken hoch, für einen Play-off-Rang reicht's aber bei weitem nicht. Vor allem mit den New York Rangers war Nash in Verbindung gebracht worden. Ein Topstar für den Broadway, für "Big Market" Big Apple - das hätte aus Sicht vieler NHL-Fans und Experten gepasst. Doch es scheiterte wohl an zu hohen finanziellen Forderungen aus Columbus. Der wechselwillige Nash bleibt. Und wird weiter mit dem Geschmack zahlreicher Niederlagen leben müssen.
Schaffen die New York Rangers etwa Platz für einen Superstar? Jedenfalls tauschten die Rangers am Samstag Außenstürmer Wojtek Wolski zu den Florida Panthers, die im Gegenzug AHL-Abwehrspieler Mike Vernace und ein Drittrundendraftrecht 2013 erhielten. Der Pole Wolski hatte zuletzt bei den Rangers keine Rolle gespielt und war - trotz eines Jahresgehalts von vier Millionen Dollar - zumeist im Farmteam Hartford eingesetzt worden. Durch den Abgang von Wolski hat New York nun mehr Platz im Kader und unter der Gehaltsliste - womöglich, um diesen mit Columbus' wechselwilligem Stürmer-Star Rick Nash zu füllen.
Was sich bereits seit einigen Wochen andeutete wurde am Freitag zur Gewissheit: Marek Zidlicky verließ die Minnesota Wild und wechselte zu den New Jersey Devils. Der Weltmeister mit Tschechien (2005) war von Coach Mike Yeo zuletzt mehrfach nicht eingesetzt worden und hatte öffentlich seinen Unmut darüber geäußert. Die Dienste des 35-jährigen Rechtsschützen ließen sich die Devils einiges kosten.
Im Gegenzug wechseln neben Verteidiger Kurtis Foster auch die Stürmer Nick Palmieri und Stephane Veilleux, der damit nach drei Jahren wieder an alte Wirkungsstätte zurückkehrt, nach St. Paul. Beide Außenstürmer pendelten zuletzt zwischen den Devils und deren AHL-Farmteam Albany. Zudem erhält Minnesota einen Zweitrundenpick. Ein Drittrundenpick könnte hinzukommen, falls Zidlicky im Sommer seinen auslaufenden Vertrag in New Jersey verlängert.
Auch die Florida Panthers wurden erstmals vor der Deadline aktiv und verpflichteten den Defensivstürmer Jerred Smithson von den Nashville Predators für einen Sechstrundenpick. Der 33-Jährige ist als Außen- und Mittelstürmer einsetzbar und erzielte in dieser Saison in 53 Partien für das Team aus Tennessee ein Tor und vier Vorlagen.
Vom Markt ist dagegen der lange heiß gehandelte Oilers-Stürmer Ales Hemsky, der seinen Vertrag in Edmonton um zwei Jahre bis 2014 verlängerte, und in dieser Zeit zehn Millionen Dollar verdienen wird.

Die Columbus Blue Jackets haben nach dem Abgang von Antoine Vermette (nach Phoenix) nun auch den ersten Top-Star transferiert: Center Jeff Carter (27) schnürt die Schlittschuhe künftig für die Los Angeles Kings. Der kanadische Rechtsschütze markierte 368 Scorerpunkte in insgesamt 500 NHL-Spielen. Im Gegenzug erhält Columbus ein Erstrundenpick und Defensivspieler Jack Johnson (25). Die Bilanz des Zwei-Wege-Verteidigers weist 124 Punkte in 343 NHL-Partien aus.
Columbus hatte Carter erst im Sommer aus Philadelphia verpflichtet. Für den 27-Jährigen, der über seinen Wechsel zu den Blue Jackets nie glücklich gewesen sein soll, gibt es nun in Los Angeles ein Wiedersehen mit Mike Richards, der im vergangenen Sommer wie Carter von den Flyers überraschend abgegeben worden war.
Wie erwartet wird jetzt auch NHL-Schlusslicht Columbus aktiv: Die Blue Jackets tauschten Center Antoine Vermette (29) nach Phoenix. Der Kanadier markierte 27 Punkte in den bisherigen 60 Saisonspielen und war damit drittbester Scorer für die Blue Jackets. Nun geht der erfahrene Linksschütze (600 NHL-Einsätze/ 319 Punkte) für die Coyotes auf Torejagd und soll das Team aus Arizona in die Play-offs schießen. Im Austausch schickt Phoenix seinen Nummer-drei-Torhüter Curtis McElhinney (28, zwei Saisoneinsätze) sowie ein Zweitrunden-Pick 2012 und ein Fünftrunden-Pick 2013 zu den "Blaujacken", das zu einem Viertrunden-Pick 2013 werden könnte, falls die Coyotes in den Play-offs 2012 die erste Runde überstehen.
Nur wenige Minuten nach seiner Akquise transferierte der Tampa Bay Lightning Verteidiger Kyle Quincey (26, von den Colorado Avalanche) in einem raren "three-way-deal" gleich wieder weiter zu den Detroit Red Wings. Im Gegenzug erhält der Lightning den AHL-Verteidiger Sebastien Piche (24). Der talentierte "Blueliner" ist noch ohne NHL-Einsatz und deutete seine Torgefahr bislang allenfalls in der zweitklassigen ECHL sowie der Juniorenliga QMJHL an. Am meisten sollte den Stanley-Cup-Sieger von 2004 aber der erhaltene Erstrunden-Pick 2012 entschädigen. Quincey war 2003 von Detroit im Draft ausgewählt worden, die den Abwehrspieler aber 2008 via Waiverliste ohne Gegenleistung nach Los Angeles hatten ziehen lassen.
Nur Minuten vor dem Deal mit seinem Ex-Team Detroit hatte Tampa-Manager Steve Yzerman Quincey erst aus Colorado für Steve Downie (24) ertauscht, der künftig das Trikot der "Lawine" trägt. Der rechte Flügelstürmer kam in dieser Saison in 55 Einsätzen, meist in den beiden Top-Reihen des Teams, zum Zug und steuerte 28 Scorerpunkte bei.
Zudem sicherte sich Tampa die Dienste von Brandon Segal (28). Der Flügelstürmer hat die Chance für einen Neuanfang in West-Florida: Denn für seinen letzten Verein, die Chicago Blackhawks, wurde der Kanadier in dieser Saison ausschließlich im Farmteam Rockford (AHL) eingesetzt. Insgesamt absolvierte der Rechtsschütze 92 NHL-Partien (22 Scorerpunkte). Als Ausgleich erhält Chicago Stürmer Matt Fornataro, der in der Lightning-Organisation nur mit einem AHL-Vertrag ausgestattet wurde und daher ebenfalls nur für Rockford vorgesehen sein dürfte.