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23.12.2011, 09:20

NBA-Vorschau: Northwest-Division

Der große Favorit: Die jungen Wilden aus OKC

Zum ersten Mal stand Oklahoma City am Ende der abgelaufenen Spielzeit an der Spitze des Tableaus im Nordwesten. Zuvor hatte die Franchise zwar schon sechs weitere Division-Titel gewonnen, allerdings war sie zu jener Zeit noch in Seattle zuhause. Den größten Anteil am Erfolg von OKC hat das Duo Kevin Durant/Russell Westbrook, das ihr Team sogar bis ins West-Finale führte. Hinter den favorisierten Thunder streiten sich Denver, Minnesota, Portland und Utah um die folgenden Plätze.

Blitz und Donner: Russell Westbrook und Kevin Durant (re.) sind die Erfolgsgaranten in Oklahoma City.
Blitz und Donner: Russell Westbrook und Kevin Durant (re.) sind die Erfolgsgaranten in Oklahoma City.
© Getty ImagesZoomansicht

Zuletzt zweimal in Folge sicherte sich Durant den Titel des besten Scorers der Regular Season (2010/11: 27,7 Punkte im Schnitt). Für einen MVP-Titel genügte es für den 23-Jährigen bislang trotzdem nicht. Aber sollten sich die Thunder weiterhin von Jahr zu Jahr steigern, dann ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch "KD" zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt wird. Zur Erinnerung: Als die Franchise 2008 nach Oklahoma verlegt wurde, gewann sie in ihrer Debütsaison gerade einmal 23 Spiele. Ein Jahr später waren es dann schon 50, versüßt mit der ersten Play-off-Teilnahme. 2010/11 ging es für OKC (55 Siege) sogar bis in die West-Finals (1:4 gegen Dallas).

Neben Durant steht mit Point Guard Westbrook (ebenfalls erst 23 Jahre alt) ein weiterer All-Star bei den jungen Wilden aus OKC (Durchschnittsalter: 25,5 Jahre) unter Vertrag. Der 22-jährige Forward-Center Serge Ibaka sammelte im Sommer beim Europameisterschaftsgewinn mit Spanien weiteres Selbstvertrauen. Die meiste Erfahrung steckt in Center Kendrick Perkins, der in der letzten Spielzeit aus Boston gekommen war, jedoch mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Einen weiteren Bonus, den Coach Scott Brooks genießt: Im Vergleich zu vielen anderen Teams ist der Kader komplett zusammengeblieben, was sich gerade in einer verkürzten Spielzeit zu einem großen Vorteil entwickeln kann. Die Spieler kennen die Lauf- und Passwege des jeweils anderen, die Automatismen sollten bei OKC auch deshalb von Beginn an greifen. OKC ist also nicht nur in der Northwest-Division der große Favorit.

Portland Trailblazers: Wann endet die unendliche Verletzungsmisere?

Talent steckt auch im Kader der Portland Trailblazers, keine Frage. Allerdings hatten die Trailblazers in den vergangenen Jahren mehr mit Verletzungen zu kämpfen als mit dem Gegner. Ein Beispiel gefällig? Greg Oden, Nummer-1-Pick im 2007er Draft, der die komplette Spielzeit 2007/08 wegen einer Knieoperation verpasste. Gleiches Bild in der letzten Saison: Erst Knie-OP, dann Saisonausfall. Noch schlimmer erwischte es Brandon Roy, der nach unzähligen Operationen unlängst sein Karriereende bekannt gab. Der neue Hoffnungsträger heißt nun LaMarcus Aldridge. Der Forward markierte im abgelaufenen Jahr durchschnittlich 22 Punkte und neun Rebounds. Mit Nicolas Batum wartet ein weiterer Diamant auf der Bank. Die größte Erfahrung bringen Small Forward Gerald Wallace und Neuzugang Raymond Felton aufs Parkett. Die Play-offs sind auch diesmal machbar, sollte die unendliche Verletzungsmisere endlich mal ein Ende nehmen.

Im Kampf um die Nummer zwei im Nordwesten: Portland mit LaMarcus Aldridge gegen Denver mit Nene (li.).
Im Kampf um die Nummer zwei im Nordwesten: Portland mit LaMarcus Aldridge gegen Denver mit Nene (li.).
© Getty Images

Denver Nuggets: Ohne "Melo", aber dafür mit Balance

Wenn man in Denver nach einem Superstar sucht, wird schnell der Name Tim Tebow fallen. Allerdings ist Tebow kein Spieler der Nuggets, sondern Quarterback der Broncos. Der einstige Nuggets-Superstar Carmelo Anthony forcierte im Februar einen Wechsel nach New York. Seitdem brilliert Denver vielmehr durch seine Ausgeglichenheit. Für den Unterschied könnte diese Saison Center Nene sorgen. Der von vielen Klubs umworbene Brasilianer (2010/11: 14,5 Punkte, 7,6 Rebounds) unterschrieb für fünf weitere Jahre in den Rocky Mountains. Verzichten muss Coach George Karl bis März noch auf das Trio Wilson Chandler (Restricted Free Agent), Kenyon Martin und J.R. Smith, die es aufgrund des Lockouts nach China zog und dort nicht aus ihren Verträgen aussteigen können (wie beispielsweise Nets-Guard Deron Williams nach seinem Engagement bei Besiktas Istanbul). Ohne weitere Verstärkungen wird es für Denver ein schweres Unterfangen werden, zum neunten Mal in Folge die "Post Season" zu erreichen.

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Minnesota Timberwolves: Mit Love und Rubio raus aus dem Tabellenkeller

Ob man in Minneapolis auch schon an die Play-offs denkt? Nach einer 17-Siege-Saison, die zugleich mit 15 Niederlagen und dem letzten Tabellenplatz im Westen zu Ende ging, wohl kaum! Allerdings hat sich in den vergangenen Monaten viel getan bei den Timberwolves. Power Forward Kevin Love dominierte sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive und wurde somit dem Ruf einer "Double-Double-Maschine" gerecht. Zu Recht erhielt Love die Auszeichnung des sich am besten entwickelten Spielers ("Most Improved Player"). Ab der kommenden Saison wird Aufbauspieler und "Wunderkind" Ricky Rubio, spanischer Europameister, zu den Wolves stoßen. Dazu verpflichtete die Franchise J.J. Barea von Meister Dallas und angelte sich mit Rick Adelman einen erfahrenen Trainer. Im Draft durfte man an zweiter Stelle wählen und entschied sich für Derrick Williams, einen 20-jährigen Guard, der in seiner letzten College-Spielzeit 20 Zähler und 8 Bretter für die University of Arizona einheimste. Alles in allem genug Gründe, um Minnesota nicht mehr am Tabellenende des Westens zu finden.

Utah Jazz: Das Erbe der Jerry-Sloan-Ära

Die Utah Jazz sind eine Franchise, die Jahrzehnte lang für Kontinuität stand (Finalteilnahmen 1997 und 1998) und sich mittlerweile im Umbruch befindet. Forward Carlos Boozer in Chicago, Aufbauspieler Williams in New Jersey, Trainerlegende Jerry Sloan im Februar nach über 20 Jahren zurückgetreten. Viel Arbeit wartet auf Trainer Tyrone Corbin. Hinzu kommt: Mit Forward Andrei Kirilenko wurde noch immer nicht verlängert. Immerhin befindet sich die Franchise momentan weit unter der Gehaltsobergrenze und hat somit noch genügend Spielraum, um den einen oder anderen Free Agent unter Vertrag zu nehemen. Im Draft wählte das Team aus Salt Lake City Center Enes Kanter aus der Türkei an dritter Stelle. Ohne weitere Neuzugänge wird es für die Jazz nur eine weitere Spielzeit des Umbruchs.

23.12.11
 
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