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20.12.2011, 14:04

NBA-Vorschau: Southeast-Division

James' zweiter Anlauf in South Beach

Nach der bitteren 2:4-Niederlage gegen die Dallas Mavericks in den letztjährigen NBA Finals gehen die Miami Heat auch in der kommenden Spielzeit als einer der großen Favoriten ins Rennen. Platz 1 in der Southeast-Divison dürfte Miami jedenfalls kaum ein Konkurrent streitig machen. Orlando und Atlanta besitzen nur Außenseiterchancen, Charlotte und Washington werden sich wohl um Rang 4 duellieren.

Zweiter Anlauf zum Titel: Wie weit kommen LeBron James und die Miami Heat dieses Mal? Rechts Orlandos Jameer Nelson.
Zweiter Anlauf zum Titel: Wie weit kommen LeBron James und die Miami Heat dieses Mal? Rechts Orlandos Jameer Nelson.
© Getty ImagesZoomansicht

Mit den Verpflichtungen von LeBron James und Chris Bosh im Sommer 2010 sprachen viele schon von einer neuen Dynastie in der NBA. Im ersten gemeinsamen Jahr an der Seite von Dwyane Wade sprang für "Miami Thrice" immerhin schon einmal die Finalteilnahme heraus, der große Coup gelang jedoch nicht. Das soll sich jetzt ändern: Mit der Verpflichtung von Shane Battier (zuletzt Memphis Grizzlies) hat man einen erfahrenen Forward hinzugewonnen. Gerade in der Tiefe fehlte es in der abgelaufenen Saison im Kader von Coach Erik Spoelstra. Neben den "Big Three" gab es keine konstanten Leistungsträger. Zu einem selbigen kann sich allerdings Udonis Haslem entwickeln. Der Forward, der schon 2006 zur Meistermannschaft zählte und nahezu die komplette letzte Spielzeit verletzungsbedingt fehlte, gilt nicht nur als harter Kämpfer auf dem Feld, sondern auch als Trumpfkarte der Heat von der Bank aus. Auf der Position des Aufbauspielers wurde mit Mario Chalmers verlängert, die Center-Rolle ist dagegen noch vakant. Zwar hat man mit Eddy Curry und Joel Anthony zwei große Männer in den eigenen Reihen, ein "Dominator" unter dem Korb á la Dwight Howard fehlt in Südflorida allerdings.

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Orlando Magic: Umbruch, Zusammenbruch oder Happy End?

Apropos Howard: Dessen Zukunft in Orlando ist weiterhin offen! Mit dem Verbleib des "Superman" steigen auch die Chancen der Orlando Magic eine wichtige Rolle spielen zu können. Allerdings hatte der beste Defensivspieler der vergangenen drei Jahre zuletzt Wechselabsichten bekundet. New Jersey, die L.A. Lakers und auch Dallas stehen auf dem Wunschzettel. Dennoch unternimmt man in Zentralflorida (noch) alles Mögliche, um seinen Star zu halten. Dieser hatte sich in der Vergangenheit immer wieder über die falsche Zusammensetzung des Kaders beschwert. Mit Glen Davis haben die Magic nicht nur einen NBA-Champion und starken Verteidiger, sondern gleichzeitig auch einen Jugendfreund Howards hinzugewonnen. Dazu wurde Gilbert Arenas mittels der "Amnesty Clause" weggeschickt, um Platz für weitere Zugänge zu schaffen. Sollte D12 am Ende trotzdem nicht glücklich werden, bleibt den Magic nichts anderes übrig, als Howard bis zum Ende der Trade-Deadline (15. März) abzugeben und einen Neuaufbau zu starten, will man den totalen Kollaps, wie 1996 nach dem ablösefreien Abgang von Shaquille O'Neil, vermeiden.

Dwight Howard
Es gibt laute Lockrufe aus den Metropolen des Landes - doch Orlando will Dwight Howard unbedingt halten!
© Getty Images

Atlanta Hawks: Positiven Trend aus der Vorsaison bestätigen

Überraschend schafften es die Atlanta Hawks ins letztjährige Eastern-Conference-Halbfinale. Nachdem die Hawks Orlando in sechs Spielen ausgeschaltet hatten, gewann die Mannschaft aus dem US-Staat Georgia sogar Spiel 1 bei den Chicago Bulls. Schlussendlich setzten sich trotzdem die Bulls mit 4:2-Siegen durch. Getrennt hat sich Atlanta von Guard Jamal Crawford, dafür geht Veteran Tracy McGrady ab sofort in der Philips Arena auf Korbjagd. Ansonsten ist der Kern der Mannschaft zusammengeblieben. Am meisten erhoffen sich die Hawks-Anhänger wohl von All-Star Joe Johnson, der trotz eines Maximum-Vertrages, welcher ihm in sechs Jahren über 100 Millionen Dollar beschert, in der vergangenen Runde oftmals nur mittelprächtige Leistungen abrief.

Charlotte Bobcats: Der Star heißt nach wie vor Michael Jordan

Am liebsten würde Michael Jordan wohl selbst auf das Parkett zurückkehren, wenn er sieht, was seine Schützlinge teilweise abliefern. Nur 34 Erfolge gab es für das Team aus North Carolina in der vergangenen Saison zu feiern. Zu wenig, um am Ende in die Play-offs zu kommen. Die einstigen Stützen des Teams, Stephen Jackson (Milwaukee Bucks) und Kwame Brown (Golden State Warriors), verdienen sich mittlerweile anderenorts ihre Brötchen. Boris Diaw sorgte mit seinen Leistungen für die französische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Litauen für einen kleinen Lichtblick. Ansonsten ruhen die Hoffnungen auf Corey Maggette, D.J. Augustin und Tyrus Thomas. Dazu haben die Bobcats mit Kwame Walker einen talentierten Guard im Draft erhalten. Und sollten die Erwartungen der Franchise nicht umgesetzt werden, das Trikot mit der Nummer 23 ist bei den Bobcats noch frei!

Washington Wizards: Viel Talent, aber bislang nur wenig Ertrag

In der US-Hauptstadt setzt man auf junge, talentierte Spieler. Mit John Wall, dem Nummer-1-Pick des vergangenen Jahres, haben die Wizards einen aufstrebenden Aufbauspieler in ihren Reihen, der im schnellen Umschalten von Defensive auf Angriff kaum zu halten und dazu noch mit einem guten Auge für den Nebenmann ausgestattet ist. Neben Wall wird Nick Young, unlängst mit einem neuen Ein-Jahres-Vertrag ausgestattet, die zweite Guard-Rolle ausüben. Der 26-Jährige hatte in der vergangenen Spielzeit den Durchbruch geschafft und durchschnittlich 17,4 Punkte erzielt. Dennoch reichte es für Washington letzte Saison nur für magere 23 Siege. Unklar ist noch die Situation um Rashard Lewis (kam letztes Jahr im Austausch für Gilbert Arenas). Der erfahrene Forward besitzt einen hochdotierten Vertrag, den die Wizards via "Amnesty Clause" tilgen könnten. Ein optischer Unterschied im Vergleich zu den Vorjahren ist jedenfalls sichtbar: Statt in dunkelblau und weiß tragen die Wizards fortan rot, blau und weiß gestreifte Jerseys.

20.12.11
 
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