Die Pflicht, so heißt es bei Opel, habe man hinter sich gebracht - jetzt komme die Kür. Im Klartext: Vernünftige Autos gibt es von Meriva bis Insignia genug. Was fehlt, ist Emotion. Sind Aufreger. Und Hingucker. Die sollen im Laufe der nächsten Monate kommen: In Gestalt des sympathischen Mini-SUVs "Mokka", des lifestyligen Kleinwagens "Junior", des eleganten, wohl mit Stoffkapuze ausgestatteten Opel-Cabriolets. Und des Astra OPC: Ein scharfes Sportcoupé, mit dem die hauseigene Tuningschmiede "Opel Performance Center" der auch nicht eben schwachbrüstigen "GTC"-Variante noch eins draufgebrezelt hat.
280 Pferdestärken macht der mit Turbo-Energie aufgeladene Zweiliter-Direkteinspritzer unter der Haube locker, leistet sich ein maximales Drehmoment von 400 Nm und rast mit bis zu 250 km/h über den Asphalt - dort, "wo es die Verkehrsverhältnisse und Vorschriften erlauben", wie Marketingchef Alain Visser mit Hinblick auf die tempo-technisch weniger großzügig gehandelten Regionen außerhalb bundesdeutscher Autobahnen betont.
Um die gebotene Power satt, ohne Schaden und zur größtmöglichen Handling-Freude des Fahrers auf die Straße zu bringen, hat der Astra OPC das elektronische HighTech-Fahrwerk des GTC mit seinen Hochleistungs-Federbeinen (HiPerStrut) noch verfeinert, mit einem speziellen Sport- und OPC-Modus. Außerdem gönnten die Opel-Ingenieure dem Top-Astra ein Sperrdifferential sowie ein extrastarkes Brembo-Bremssystem. Zum Feintuning auf der Nürburgring-Nordschleife wanderte das Gesamtpaket dann übrigens in die berufenen Hände von Motorsport-Legende Joachim "Jockel" Winkelhock. Ab dem Sommer geht der OPC dann in Kundenhand, zu Preisen, die vermutlich nicht unter 30000 Euro liegen dürften.
Da kommt eine weitere aus Rüsselsheim angelieferte Genf-Neuheit schon deutlich günstiger: Um die 2000 Euro könnte das "RAD e" kosten, ein supermodernes Elektrobike, mit dem Opel auf den Zug der überraschend erfolgreichen Pedelecs aufspringt. Als Reichweite verspricht man etwa 20 km, als Maximum-Speed rund 25 km/h. Neu ist das Konzept, die (Antriebs-)Komponenten nicht einfach auf den Rahmen aufzusetzen, sondern sie - den Prinzipien des Automobilbaus gemäß - zu integrieren. Besonders pfiffig: Das RAD e wird sich auf dem genialen, schubladengleich ausziehbaren FlexFix-Fahrradträger, den diverse Opel-Modelle von Zafira über Astra bis Meriva als Extra mitbringen, wieder aufladen lassen.
Ulla Ellmer
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