
Die größten Chancen, dem Meriva Kunden abspenstig zu machen, dürfte dabei der brandneue Ford B-Max haben. Denn: Der Neue sieht gut aus und begeistert durch sein Türkonzept: Hinten gibt es Schiebetüren - und die sind so konstruiert, dass es keiner B-Säule (also keiner mittleren Wagensäule) bedarf. Das wiederum bedeutet: Macht man die Türen vorne und hinten auf, ergibt sich eine riesige Zugangsöffnung ohne Hindernis für die ein- oder aussteigenden Passagiere.
Dieser Trick mit den Schiebetüren dürfte viele Van-Interessenten begeistern. Infrage kommen dabei nicht nur Familien, sondern auch Sport-Treibende, die ihre Gerätschaft einfach verstauen möchten. Das geht beim neuen Ford offenbar ganz gut. Ersten Informationen nach soll sich relativ problemlos ein Fahrrad in den Fond einstellen lassen - nachdem die Rücksitzlehnen umgeklappt sind. Genaue Daten zum Ladevermögen hat Ford aber noch nicht genannt. Nur so viel ist bislang zu diesem Wagen klar: Er misst knapp über 4,10 Meter Länge, basiert teilweise auf der Fiesta-Plattform, bietet fünf Sitze, variablen Kofferraum und kommt mit den neuen Dreizylindermotoren daher.
Diese neuartigen Benzindirekteinspritzer haben mehr Leistung, als man angesichts der geringen Zylinderzahl glauben mag. Satte 100 bzw. 120 PS sollen aus nur einem Liter Hubraum erwachsen. Sinn der dreizylindrigen Technik: Es wird weniger Sprit verbraucht. Wieviel das beim B-Max genau ist, will Ford noch nicht sagen. Wahrscheinlich ist, dass die 4,5-l-Marke geknackt wird - nach Norm, versteht sich. Fahrleistungen sind ebenfalls noch nicht genannt worden, doch ist ob der relativ hohen Leistung auch hier von guten Werten auszugehen.
So wie der neue Ford B-Max soll auch der Fiat 500 L erstmals beim Genfer Salon der Öffentlichkeit gezeigt werden. Und erst dann, Anfang März, wird man auch mehr zu den technischen Daten dieses Wagens wissen. So viel aber wurde bekannt: Wie der Ford ist der 500 L (L steht für Lang) ebenfalls mit Motoren der 100-PS-Leistungsklasse zu haben. Das Outfit nimmt Anleihen beim Cinquecento, Panda und Punto, der Auftritt ist etwas konservativer und nüchterner als beim Ford B-Max. Möglicherweise wird aber angesichts des etwas kombiartiger gestalteten Hecks mehr konventioneller Kofferraum geboten.
Preislich ordnet sich der Fiat wohl bei etwa 15000 Euro ein, der Ford dürfte einen guten Tausender drüber liegen. Damit konkurrieren beide Modelle auch beim Preis gegen den Bestseller Opel Meriva - und vom Platzangebot her sowieso. Wie der Fight von Ford und Fiat gegen den Opel ausgeht, wird man frühenstens im Herbst wissen, denn die beiden neuen Modelle kommen erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres in den Handel.
Gerhard Windpassinger
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