Trotz diverser Retuschen noch immer ziemlich amerikanisch. Was ja nichts Schlechtes ist! Lange Nase also, wuchtige Stoßfänger. Ganz anders als die stromlinienförmige Riege um VW Sharan, Renault Espace & Co. Was für Individualisten also.
Reichlich! Bobbycar? Kinderfahrrad? Waveboard? Und obendrein Papas Golfbag? Alles darf mit. Zumindest dann, wenn der Freemont in fünfsitziger Konfiguration genutzt wird. Dann stellt er 758 l Stauraum bereit. Als Zweisitzer gar 1461 l. Wenn sieben Personen mitfahren, wird's schon enger im Gepäckabteil: Dann schmilzt das Fassungsvermögen bis auf 167 l zusammen. Überhaupt heißt es sich in der letzten Reihe recht zusammenzufalten; wirklich komfortabel ist das Mitfahren dort hinten nicht. Insgesamt 25 weitere Ablagen gibt's im Innenraum, dazu zehn Getränkehalter.
Der Zweiliter-Turbodiesel unter der Haube leistet 170 Pferdestärken. Ihnen obliegt die Mission, dem 1,9 Tonnen schweren und knapp 4,90 m langen Raum-Riesen Beine zu machen. Das gelingt recht ordentlich, wenn auch erwartungsgemäß nicht unter sportwagengemäßer Kraftentfaltung. 350 Nm bei 1750/min bedeuten aber gut Puste auch aus dem Drehzahlkeller und somit die Befähigung zum familiär-entspannten Cruisen. Die Spitze liegt bei 197 km/h, von null auf hundert schafft's der Freemont in elf Sekunden. Alternativ stellt Fiat übrigens noch einen kleineren Turbodiesel mit 140 PS bereit.
Im Schnitt genehmigte sich der Italo-Amerikaner 7,2 Liter pro 100 km. Damit zeigt er sich auch in verbrauchstechnischer Hinsicht familienfreundlich. Man muss schon intensiv aufs Gas drücken, um sich dem zweistelligen Bereich anzunähern. Dafür wird Fahrweise "ultra-pianissimo" schon mal mit einer fünf vor dem Komma belohnt.
Allzu amerikanisch sänftenhaftes Gebaren hat Fiat dem Freemont zwar ausgetrieben. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz schwingt sein Unterbau aber noch immer recht weich übers asphaltierte Parkett, und die Lenkung arbeitet entschieden zu indirekt. Von der Geräuschentwicklung her gibt sich der große Van recht friedfertig, und auch die Ergonomie der Bedienelemente ist ohne Fehl.
Eine ganze Menge. Schon das Basismodell trägt u. a. mit sechs Airbags, ESP sowie intelligenter Anhängerstabilisierung zur Sicherheit seiner Passagiere bei - und mit Drei-Zonen-Klimaautomatik, Entertainment-System, Keyless Entry&Go, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten sowie Leichtmetallfelgen zu ihrem Wohlgefühl. Pfiffiges Detail: Das "Child Booster System", so was wie eine integrierte Sitzerhöhung für die Kids. Die Besser-Variante "Urban" erweist sich gar als Luxusliner: Mit Highclass-Audiosystem, Multifunktionslenkrad, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Einparksensoren, Tempomat sowie sechsfach elektrisch verstellbarem Fahrersitz. Was er kostet: 25.990 Euro in der 140-PS-Basisausstattung "Style", 28790 Euro in der Top-Variante "Urban" mit 170 PS.
Wer sich oder seine Familie abseits des üblichen Van-Mainstreams mit reichlich Platz, ordentlichen Fahrleistung und obendrein üppiger Ausstattung versorgen möchte, für den lohnt ein Blick auf den Italo-Amerikaner Freemont allemal.
Ulla Ellmer
Hubraum 1956 ccm; Leistung 125 kW/170 PS; max. Drehmoment 350 Nm bei 1750/min; Höchstgeschwindigkeit 197 km/h; Beschleunigung 0-100 km/h 11,0 sec; Verbrauch/Norm 6,4 l/D je 100 km, Verbrauch/Test 7,2 l/D je 100 km; CO2-Emission 169 g/km; Länge 4,89 m; Kofferraum 167 - 1461 l; Tank 78 l. Leergewicht 1949 kg. Preis: 28790 Euro.
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